Video · 10. Oktober 2026 · 12 Min. Lesezeit

Claude Mods: 9 Mods für Claude Code und dein eigener Mod

Du verstehst, was Claude Mods sind, welche neun Mods sich in Claude Code lohnen und wie du mit einem einzigen Satz deinen eigenen Mod baust.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Mod ist ein kleines Add-on, das verändert, wie Claude Code aussieht und wie es sich verhält. Released wurde das Feature am 1. Oktober 2026.
  • Mods laufen im Terminal, im Code-Tab und in der Claude Desktop App, aber nicht in der Claude-Code-Extension von VS Code.
  • Installiert wird jeder Mod ganz normal über /plugin, wie jedes andere Plugin auch.
  • Ein Mod ist echter Code mit denselben Rechten wie Claude Code selbst, ohne Sandbox. Installiere nur Mods aus Quellen, denen du vertraust.
  • Einen eigenen Mod musst du nicht programmieren: Du beschreibst ihn in einem Satz, Claude Code baut ihn.

Claude Mods sind eines der größten Updates, die Anthropic seit Langem für Claude Code veröffentlicht hat. Die Idee ist simpel: Fehlt dir in der Claude Code App ein Feature und du kannst es beschreiben, dann baut Claude es sich selbst ein. Oft reicht dafür ein einziger Prompt. In diesem Artikel erfährst du, was Mods sind, welche neun ich getestet habe und wie du deinen ersten eigenen Mod baust.

Was sind Claude Mods?

Ein Mod ist im Grunde ein kleines Add-on für deine Claude Code App. Er kann verändern, wie Claude arbeitet, zum Beispiel indem er riskante Befehle stoppt. Und er kann verändern, was du auf dem Bildschirm siehst: eigene Knöpfe, Seitenpanels, neue Farben oder sogar ein Minispiel, während Claude arbeitet.

Wenn du Claude Code schon aktualisiert hast, sind Mods bei dir bereits aktiv. Sie laufen im Terminal, im Code-Tab und in der Claude Desktop App. Ich selbst habe lange fast nur im integrierten Terminal von VS Code gearbeitet. Seit es Mods gibt, nutze ich deutlich öfter die Claude Code App, weil ich mir dort jetzt alles selbst einbauen kann, was ich vorher nur im Terminal hatte.

Achtung

Wenn du in VS Code mit der Claude-Code-Extension arbeitest, bekommst du von den Mods nichts mit. Du brauchst entweder das Terminal in VS Code oder die Claude Code App.

Mods, Skills und MCP: der Unterschied

Viele fragen sich zuerst, wie sich Mods von dem unterscheiden, was es schon gibt. Die kurze Antwort: Jeder Baustein hat eine andere Aufgabe.

BausteinWas er machtWo er wirkt
SkillAnleitung für Claude, wie er eine Aufgabe erledigen sollim Denken und Handeln von Claude
Konnektor / MCP-Serververbindet Claude mit einer fremden Appzwischen Claude und anderen Diensten
Modverändert, wie Claude Code arbeitet und was du siehstdirekt in deiner Claude Code App

Ein Mod kann also fast alles in der App verändern. Im Alltag fühlt er sich trotzdem ähnlich an wie ein Skill: Du rufst ihn per Slash-Befehl auf oder Claude erkennt selbst, wann er ihn nutzen soll.

So funktionieren Mods unter der Haube

Jedes Mal, wenn Claude Code etwas tut, zum Beispiel einen Befehl ausführt oder Subagents losschickt, sendet es ein kleines Signal. Das nennt sich Event. Ein Mod ist nur ein Stück Code, das auf diese Events hört.

Mit einem Event kann ein Mod genau drei Dinge tun:

  1. Zuschauen: Er merkt sich, was passiert.
  2. Verändern: Er passt an, was angezeigt oder ausgeführt wird.
  3. Übernehmen: Er erledigt den Teil komplett selbst.

Programmieren musst du dafür nichts. Claude Code bringt das Wissen, wie man Mods baut, schon selbst mit. Genau das nutzen wir am Ende des Artikels für den eigenen Mod.

Hinweis

Die meisten Mods sind reiner Code und kosten keine Tokens. Sobald ein Mod aber selbst ein Modell nutzt, verbraucht er zusätzliche Tokens. Das betrifft unten zum Beispiel „You Should Know“.

Die 9 Mods, die sich wirklich lohnen

Im Video zeige ich dir jeden dieser Mods live in der Claude Code App. Als Testprojekt habe ich eine Landingpage für ein fiktives Café in Berlin bauen lassen, „Kaffeeklatsch“, mit einer index.html, CSS, script.js und einer menu.json mit acht Getränken.

1. Savvy Progress: Fortschritt deiner Subagents

Für die Café-Seite habe ich die Arbeit auf drei Subagents aufgeteilt: einer für HTML, einer für CSS, einer für Speisekarte und JavaScript. Savvy Progress zeigt dir dazu einen Fortschrittsbalken über dem Prompt und ein Panel, in dem du siehst, was jeder Helfer gerade macht, wie lange er schon arbeitet und wie viel Kontext er verbraucht hat.

Der Mod nutzt alle drei Event-Arten auf einmal. Er schaut zu, wenn Claude einen Agenten startet, und merkt sich Modell, Tokens und Kosten. Dann verändert er die Ansicht und zeichnet Balken und Panel selbst ein. Dazu kommen kleine Claude-Code-Maskottchen für jeden Subagent, die du nach Lust gestalten kannst: dem Designer einen Hut im Picasso-Stil, dem Developer eine Brille. Eine solche Ansicht für Subagents gab es vorher nicht.

2. Claude Skins: dein eigenes Farbschema

Claude Skins ist simpel und deshalb der beste erste Mod. Er verändert deinen Arbeitsablauf überhaupt nicht, sondern nur, wie Claude Code seine Arbeit anzeigt: Tool-Aufrufe, Edits, Textboxen, Hintergründe.

Mit /skin designer wählst du ein fertiges Theme wie Dracula oder Tokyo Night. Du kannst Claude aber auch dein Design-System oder deine Markenfarben geben. Ich habe es mit meinen Kanalfarben probiert, sogar ohne /skin: Claude hat den Mod selbst erkannt, genutzt und das Ergebnis als eigenen Skin gespeichert. Praktisch daran: Beim Scrollen siehst du sofort, was von dir kommt und was Claude geantwortet hat.

Tipp

Wenn du nur einen Mod ausprobieren willst, nimm diesen. Du lernst daran, wie Mods funktionieren, ohne dass sich an deiner Arbeit etwas ändert.

3. You Should Know: das Wichtigste nach oben

Dieser Mod kommt direkt von Anthropic und ist standardmäßig ausgeschaltet. Zum Aktivieren sagst du Claude Code einfach, dass er „You Should Know“ einschalten soll.

Der Mod lässt nebenbei einen zweiten Agenten laufen, der mitliest, was Claude schreibt, und das Wichtigste nach oben holt. Das hilft, weil Claude oft eine riesige Textwand liefert. Seien wir ehrlich: Die meisten lesen diese Textwände nicht komplett. Ich habe Claude gefragt, wie ich die Café-Seite live bringe, mit Hosting, Domain, DSGVO, Cookie-Banner und Kosten. Das ist in Europa eine lange Antwort. Mit dem Mod sehe ich beim Schreiben nur das Wesentliche, der Rest ist ausgeblendet und erscheint erst, wenn ich darüberfahre. Du kannst auch steuern, worauf er achten soll, zum Beispiel Kosten, Kundenprobleme oder Dinge, die deine Automation übersehen könnte.

Achtung

Weil hier ein zweiter Agent mitläuft, verbraucht dieser Mod zusätzliche Tokens.

4. File Tree: sehen, wo Claude gerade arbeitet

File Tree kostet dich keinen einzigen Token. Er gibt dir rechts ein Datei-Panel, das genau zeigt, welche Dateien Claude gerade liest, bearbeitet oder verändert. Die aktive Datei schimmert grün, und sobald Claude etwas anfasst, öffnet sich das Panel automatisch. Du siehst sogar, wo genau er etwas verändert hat.

Im Grunde ist das der Explorer aus VS Code, nur direkt in der Claude Code App. Der Mod stammt von Kurt Buhler und ist Open Source. Ich habe ihn vor der Installation geprüft. Für mich ist er vor allem bei der Arbeit an meiner Plattform Verselo wichtig, damit ich jederzeit sehe, woran Claude gerade sitzt.

5. Cache Tax: teure Nachrichten abfangen

Dieser Mod kann dir echtes Geld oder Limit sparen. Dafür musst du den Prompt Cache verstehen: Claude Code speichert dein bisheriges Gespräch zwischen, damit es bei jeder neuen Nachricht nicht alles komplett neu einlesen muss. Schreibst du eine Weile nichts, löscht sich dieser Cache je nach Plan. Bei der nächsten Nachricht liest Claude dann das ganze Gespräch zum vollen Preis neu ein. In einer langen Entwicklungs- oder Planungssession kostet das extrem viel Kontingent.

Cache Tax hält genau so eine Nachricht auf und zeigt dir vorher, was sie in Geld und Tokens kosten würde. Dann entscheidest du: alles neu einlesen lassen oder lieber eine neue Session starten. Wenn du weißt, dass du länger weg bist, gibt es außerdem den Befehl /keep-warm. Claude schickt dann alle paar Minuten einen kleinen Ping, damit der Cache warm bleibt. Diese Pings kosten auch etwas, lohnen sich aber, wenn in der Session viel Kontext und viele Entscheidungen stecken.

Praxisbeispiel

Bei der Arbeit an meiner Plattform Orbit hatte ich eine sehr lange Session mit schon zwei Compacts offen und habe sie zwei Stunden liegen lassen. Als ich dann eine Nachricht geschickt habe, hat Cache Tax sie blockiert und gefragt, ob ich wirklich so viele Tokens nur für den Cache ausgeben will. Ich habe eine neue Session gestartet und damit Tokens und echtes Geld gespart.

6. Blast Radius: riskante Befehle stoppen

Auch Blast Radius kommt von Anthropic und muss einmal aktiviert werden. Er greift bei riskanten Befehlen. Ein rm-Befehl verschiebt nichts in den Papierkorb, er löscht. Claude Code entscheidet so etwas manchmal selbst, etwa um Testdatenbanken aufzuräumen. Ob rm, Git-Reset oder Force-Push: So etwas sollte nie allein der KI-Agent auslösen.

Im Test habe ich Claude einen Ordner anlegen, Dateien hineinkopieren und den Ordner wieder löschen lassen. Blast Radius hat das erkannt, mir angezeigt, dass vier Dateien gelöscht würden, und mich per Klick entscheiden lassen. Ich selbst habe dafür schon länger einen Hook. Hooks sind für viele aber zu kompliziert, gerade wenn du kein Developer bist. Blast Radius ist die einfachere und sichtbare Lösung.

7. Reflect: Feedback dauerhaft festhalten

Reflect ist eine Art Lernen aus Feedback. Sobald du etwas sagst wie „Nein, das gefällt mir nicht“, erscheint ein Banner und fragt, ob die Regel in die CLAUDE.md soll. Du kannst den Text bearbeiten und wählen, ob er nur für dieses Repo oder global gilt.

Mein Test: Claude sollte Ordnerstrukturen nicht mehr als Tree anzeigen, sondern als Kästchen mit Emojis. Die neue Darstellung kam sofort. Ein Rat aus Erfahrung: Nicht jede spontane Vorliebe gehört in die globale CLAUDE.md. Wenn überhaupt, dann in die des Repos.

8. Terminal Browser: der Browser in der App

Mit Terminal Browser hast du einen Browser direkt neben dem Chat. Du kannst damit die gerade gebaute Website anzeigen lassen oder ganz normal Seiten wie google.de aufrufen. Claude Code kann darin auch selbst arbeiten, zum Beispiel Kontaktdaten zu Leads heraussuchen, ohne dass du Playwright oder einen anderen Browser installieren musst. Alles bleibt in einer App.

9. Replay Theater: jede Änderung nachvollziehen

Replay Theater kommt wieder direkt von Claude Code. Wenn Claude fertig ist, erscheint ein Replay-Knopf. Drückst du ihn, geht er jede einzelne Änderung noch einmal mit dir durch. Bei der Café-Seite habe ich die Öffnungszeiten in einen eigenen Abschnitt mit Menüpunkt verschieben lassen und konnte danach Schritt für Schritt sehen, was geändert wurde.

Praxisbeispiel

Ich lasse Claude Code oft über Nacht an einem Feature meiner Plattform arbeiten, nach einer größeren Spec. Am nächsten Tag musste ich früher mehrmals nachfragen, was genau passiert ist. Mit Replay klicke ich mich durch und sehe, ob alles der Spec entspricht oder ob Claude etwas gebaut hat, das gar nicht abgesprochen war.

Eigenen Mod bauen: Schritt für Schritt

Das Beste kommt zum Schluss: Du kannst dir einen Mod komplett nach deinem Geschmack bauen. Im Video habe ich das ohne Vorbereitung gemacht, mit einem Minispiel im Stil des Dino-Spiels aus Google Chrome, das man spielen kann, während Claude arbeitet.

Schritt 1: Claude Code aktualisieren

Du brauchst die neueste Claude-Code-Version. Ohne sie funktionieren weder die fertigen Mods noch dein eigener.

Schritt 2: Die Idee in einem Prompt beschreiben

Beschreib einfach, was du willst. Mein Prompt sinngemäß: Ich möchte eine Version des Chrome-Dino-Spiels in Claude Code, die ich spielen kann, während du arbeitest, mit einem Claude-Code-Maskottchen in einem coolen Design als Spielfigur.

Schritt 3: Claude bauen lassen

Claude baut den Mod selbst. Mit File Tree siehst du dabei, welche Dateien er anlegt und bearbeitet. Mit Replay kannst du hinterher jeden Schritt nachvollziehen.

Schritt 4: Den Mod testen

Teste den Mod unter echten Bedingungen. Ich habe Claude dafür eine größere Aufgabe gegeben, damit er beschäftigt ist. Das bloße Wort „Dino“ hat das Spiel nicht gestartet, /dino dagegen schon.

Schritt 5: Weiter verbessern

Die erste Version war ehrlich gesagt nicht gut: Springen ging, aber über die Hindernisse kam man kaum. Das ist normal für einen ersten Wurf. Mit ein paar weiteren Iterationen, etwa automatischem Start, wenn Claude arbeitet, und einem flüssigeren Spielablauf, wird daraus ein brauchbarer Mod.

Tipp

Denk an dein Team. Wenn alle auf Claude warten, wäre auch ein gemeinsames Online-Spiel innerhalb der Organisation möglich, zum Beispiel eine kurze Partie Schach gegeneinander. Solche Demos mit Online-Spielen kursieren bereits auf Twitter.

Typische Fehler mit Claude Mods

  • Mods aus unbekannten Quellen installieren: Ein Mod läuft ohne Sandbox mit denselben Rechten wie Claude Code. Prüf ihn vorher, am besten mit Claude Code selbst.
  • In der VS-Code-Extension nach Mods suchen: Dort tauchen sie nicht auf. Nutze das Terminal oder die Claude Code App.
  • Token-Verbrauch übersehen: Reiner Code ist kostenlos, aber Mods mit eigenem Agenten wie You Should Know verbrauchen zusätzlich.
  • Doppelte Absicherung: Wer schon einen Hook gegen rm hat, bekommt mit Blast Radius zwei Abfragen. Eine der beiden reicht.
  • Alles global speichern: Bei Reflect lieber genau überlegen, ob eine Regel ins Repo gehört statt in die globale CLAUDE.md.

Häufige Fragen

Was kosten Claude Mods?

Die Mods selbst sind Code und kosten keine Tokens, solange sie kein eigenes Modell nutzen. Mods mit einem mitlaufenden Agenten, wie You Should Know, verbrauchen zusätzliche Tokens. Auch die Pings von /keep-warm kosten etwas.

Wie installiere ich einen Claude Mod?

Über /plugin, genau wie jedes andere Plugin. Mods von Anthropic wie You Should Know oder Blast Radius musst du einmal aktivieren, das kannst du Claude Code einfach sagen.

Brauche ich Programmierkenntnisse für einen eigenen Mod?

Nein. Claude Code bringt das Wissen zum Bauen von Mods mit. Du beschreibst in einem Satz, was du willst, und verbesserst das Ergebnis danach in ein paar Runden.

Ersetzen Mods meine Hooks?

Nicht unbedingt. Wer Hooks schon sicher nutzt, braucht viele Mods nicht. Für alle mit weniger Erfahrung sind Mods wie Blast Radius die einfachere und sichtbare Lösung.

Sind Claude Mods sicher?

Ein Mod ist echter Code, der ohne Sandbox mit den Rechten von Claude Code auf deinem Rechner läuft. Installiere nur Mods aus Quellen, denen du wirklich vertraust, und lass sie vorher von Claude Code prüfen.

Fazit

Claude Mods machen aus der Claude Code App ein Werkzeug, das du dir selbst zuschneidest. Fang mit Claude Skins an, um das Prinzip zu verstehen. Danach lohnen sich vor allem File Tree, Cache Tax, Blast Radius und Replay Theater, weil sie dir Überblick, Kontingent und Sicherheit bringen. Für mich ist die Claude Code App damit zum ersten Mal eine echte Alternative zum Terminal geworden. Und wenn dir etwas fehlt, baust du es dir einfach selbst.

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