Video · 25. Oktober 2026 · 12 Min. Lesezeit

KI-Agentur starten: KI-Assistenten statt Websites verkaufen

KI-Agentur starten mit einem Produkt, das jeden Monat zahlt: Nische finden, KI-Assistent für Makler, eigener Server und Einrichtung in ein bis zwei Tagen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Website verkaufst du einmal, einen KI-Assistenten verkaufst du als Einrichtung plus laufende Nutzung. Dein nächster Monat ist damit nicht mehr komplett unbezahlt.
  • Deine Nische findest du über dein eigenes Wissen aus früheren Jobs oder über deine Kontakte. Restaurants, Bars und Friseure meide ich.
  • Immobilienmakler sind für mich der beste Einstieg: Sie bekommen viele Anfragen über Portale und antworten nach meiner Erfahrung oft zu spät.
  • Der Assistent läuft auf einem eigenen, abgeschirmten Server in der EU und kann den Business-Zugang des Kunden zu Claude oder ChatGPT nutzen.
  • Die Einrichtung ist in ein bis zwei Tagen startklar. Zu Beginn startet der Assistent sicher mit Entwürfen, gesteuert wird über Telegram.

Wenn du mit KI-Agenten starten willst, zeige ich dir hier den Weg in den KI Agenten Club und die nächsten praktischen Schritte. Die Grundidee: Eine Website ist nach dem Launch fertig und du rennst wieder dem nächsten Auftrag hinterher. Ein KI-Assistent am Postfach, der Anfragen vorsortiert und Routineantworten vorbereitet, löst dagegen jeden Tag ein echtes Problem. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du deine Nische findest, warum Immobilienmakler für mich der einfachste Use Case sind und wie die Einrichtung beim Kunden abläuft.

Warum sind Websites das falsche Produkt für eine KI-Agentur?

Websites sind nicht schlecht, aber als Hauptprodukt einer KI-Agentur halten sie dich im Hamsterrad. Du baust mit KI vielleicht schneller, rennst aber trotzdem jedem einzelnen Auftrag hinterher. Die eigentliche Frage ist nicht, wie schnell du einem Kunden etwas bauen kannst. Die Frage ist, warum er dich auch nächsten Monat noch bezahlen soll.

Vielleicht kennst du das: Du hast, wie ich früher auch, hunderte KI-Videos geschaut, kennst die neuesten Tools und siehst ständig, wie andere angeblich Geld damit verdienen. Bei dir ist aber noch nichts angekommen, weil du nach einem Tutorial oft direkt beim nächsten landest, ohne etwas umzusetzen. Oder du hast bereits deine erste Website verkauft. Dann schreibst du mehrfach hin und her, weil das Logo doch woanders hin soll oder die Frau vom Chef noch etwas geändert haben will. Irgendwann bist du fertig, und dann merkst du: Der Auftrag ist abgeschlossen, ich brauche den nächsten Kunden, und mein nächster Monat ist immer noch unbezahlt.

Das liegt nicht daran, dass du ein schlechter Verkäufer bist. Du verkaufst einfach das falsche Produkt. Deshalb würde ich mich auch nicht nach dem nächsten Tool umschauen, mit dem du noch schneller Websites baust, sondern zuerst ändern, was du überhaupt verkaufst.

Eine schönere Website musst du einem Chef erstmal schmackhaft machen, denn sie sieht zwar gut aus, bringt ihm aber nicht direkt mehr Umsatz. Wenn ein Betrieb bereits eine Website oder Werbekampagnen hat, musst du im Gespräch prüfen, welches konkrete Problem noch offen ist. Und wenn bei einem Chef Kundenanfragen liegen bleiben und seine Leute jeden Tag Stunden mit derselben Routinearbeit verbringen, dann geht es nicht mehr um Geschmack. Dann geht es um Arbeit, die liegen bleibt und jeden Tag Geld kostet. Genau da setzt der KI-Assistent an.

Wie findest du die richtige Nische für deinen KI-Assistenten?

Die perfekte Nische gibt es ehrlich gesagt nicht. Was es gibt, sind zwei gute Wege, sie auszuwählen: dein eigenes Wissen und deine Kontakte. Das ist auch die Frage, die mir in der Community am häufigsten gestellt wird: Wie fange ich an, welche Nische nehme ich und wer braucht so einen Assistenten überhaupt?

Weg 1: Dein eigenes Wissen aus einer Branche

Hast du schon mal in einer Branche gearbeitet, in der du die Prozesse kennst? Dann weißt du wahrscheinlich aus eigener Erfahrung, wo Kundenanfragen liegen bleiben, wo man etwas automatisieren könnte und wo der Chef seinen Mitarbeitern ständig hinterherlaufen muss, damit die Sachen richtig gemacht werden. Das ist eine Top-Voraussetzung, weil du die Schmerzpunkte der Chefs schon kennst und genau diese Aufhänger im Outreach nutzen kannst, um Aufmerksamkeit zu bekommen und einen Termin zu machen.

Weg 2: Deine Kontakte und echte Gespräche

Viele haben dieses Branchenwissen nicht, und bei mir war das auch nicht anders. Ich habe hier in Spanien mit Immobilienmaklern angefangen, weil ich einfach sehr viele kenne. Mit denen habe ich ganz viele Gespräche geführt, sie teilweise auf einen Kaffee oder zum Essen eingeladen und dann einfach Fragen gestellt.

So kannst du das selbst machen:

  1. Frag direkt: „Hey, ich entwickle gerade mit meiner Agentur ein Produkt und brauche ein bisschen Input von dir. Kannst du dir etwas Zeit nehmen und mir ein paar Fragen beantworten?“
  2. Lass dir die Fragen von der KI vorbereiten und geh sie einmal selbst durch, bevor du ins Gespräch gehst.
  3. Nimm das Gespräch mit Einwilligung der anderen Person auf und lass es anschließend mit einem für dich passenden Tool transkribieren.
  4. Markier dir danach, wo die Person Zeit verliert, wo Geld liegen bleibt, wo Anfragen untergehen und wo sie Mitarbeitern hinterherlaufen muss.

Viele Menschen sprechen gern über sich selbst und ihre Probleme. Bei Immobilienmaklern kam zum Beispiel immer wieder raus, dass Mitarbeiter nicht nachfassen, Anfragen nicht richtig beantworten oder sie gar nicht erst sehen.

Weg 3: Fang bei deinem eigenen Arbeitgeber an

Du musst das nicht mal sofort für fremde Kunden machen. Du kannst so einen Assistenten auch für deinen eigenen Arbeitgeber aufsetzen und dir als KI-Experte eine Provision, einen Gehaltszuschuss oder eine Beförderung sichern. Daraus baust du dir ein kleines Nebeneinkommen auf, gewinnst die ersten Kunden in dieser Nische und startest erst dann richtig in die Selbstständigkeit.

Welche Nischen solltest du meiden?

Restaurants, Bars und Friseure würde ich nicht angehen, außer dir fällt so ein Auftrag wirklich vor die Füße. Das sind für mich Nischen, die ich konsequent vermeide. Die Gründe dafür und wie du ohne Branchenwissen und ohne Kontakte deine Nische auswählst, behandle ich in einem eigenen Video der Reihe.

Ansonsten gibt es eigentlich nicht so viele falsche Nischen, es gibt nur bessere. Eine gute Nische hat für mich vier Dinge: Geld, viele eingehende Anfragen, Routinearbeit, die jeden Tag liegen bleibt, und einen Chef, der den Schmerz selbst spürt.

Warum sind Immobilienmakler der einfachste Use Case?

Immobilienmakler bekommen viele Anfragen und antworten nach meiner Erfahrung oft zu langsam. Deshalb ist das für mich ein ICP, dem ich guten Gewissens eine KI-Automatisierung verkaufen kann. Wenn der Assistent zusätzliche Anfragen zuverlässig bearbeitet, kann sich der Einsatz für den Makler wirtschaftlich lohnen.

Ich weiß noch, wie ich nach Spanien gekommen bin und meine erste Wohnung gemietet habe. Ich habe so viele Makler angeschrieben, über Portale und direkt über die Website. Dabei ist mir aufgefallen, wie spät manche Antworten kamen. Und wer eine Wohnung sucht, schreibt oft mehrere Makler an. Wer so spät antwortet, hinterlässt einen faden Beigeschmack, und man hat einfach kein Vertrauen zu diesem Makler.

Das ist übrigens kein Problem nur in Spanien. Schon 2011 haben James Oldroyd, Kristina McElheran und David Elkington in der Harvard Business Review gezeigt, dass die meisten Unternehmen auf Online-Anfragen nicht annähernd schnell genug reagieren. Genau da setzt der Assistent an.

Was der Assistent für den Makler konkret macht

Viele Makler nutzen in Spanien Portale wie Idealista, in Deutschland wären ImmoScout24 oder Immowelt vergleichbar. Kommt dort eine Anfrage rein, bekommt der Makler eine E-Mail mit den Daten des Interessenten. Für Immobilienmakler kann der Assistent diese Anfragen vorsortieren, Routineantworten vorbereiten und bei wichtigen Fällen einen Entwurf zur Prüfung bereitstellen. Die Regeln dafür legst du fest, und im Briefing sieht der Makler, welche Fälle seine Aufmerksamkeit brauchen.

In der Demo zeigen wir, wie der Assistent Routineanfragen schnell als Antwort oder Entwurf vorbereitet. Die Idee dazu kam mir übrigens, als ich vor einiger Zeit Anthropic eine E-Mail geschrieben habe und kurze Zeit später eine Antwort kam. Man weiß natürlich, dass da ein KI-Assistent antwortet, aber von so einer riesigen Firma so schnell eine Antwort zu bekommen, ist einfach ein krasses Gefühl.

Der Assistent arbeitet mit dem bestätigten Firmenwissen des Kunden und den festgelegten Regeln, zum Beispiel „die Adresse erst rausgeben, wenn XY erfüllt ist“. Im Cockpit legst du fest, welche Mail-Arten automatisch laufen und welche als Entwurf bleiben. Wenn du dir so einen Agenten selbst bauen willst, komm in den KI Agenten Club.

So verkaufst du den Assistenten: rechne dem Chef vor, was er heute zahlt

Du verkaufst nicht die Technik, du verkaufst das Ergebnis. Rechne dem Kunden einmal vor, welche Kosten heute durch liegengebliebene Routinearbeit entstehen, etwa wenn der Chef seinen Leuten hinterherlaufen muss, damit Anfragen beantwortet und bearbeitet werden. Der Assistent nimmt ihm einen Teil dieser Routine ab und legt ihm die wichtigen Fälle vorsortiert hin. Der genaue Preis hängt vom Umfang des Postfachs und der Einrichtung ab und wird im Gespräch genannt.

Wichtig: Ich sage nicht, dass du rausgehen und die Mitarbeiter deiner Kunden ersetzen sollst. Es geht darum, die Leute und vor allem den Chef zu entlasten. Der Assistent nimmt ihnen nach meiner Erfahrung einen Teil der täglichen Tipp- und Sortierarbeit ab, und der Makler oder sein Verkäufer kann sich auf die wichtigen Anfragen konzentrieren.

Warum sollte ein Kunde dich bezahlen statt selbst ein KI-Abo abzuschließen?

Weil er kein KI-Abo kauft, sondern einen Assistenten, der für ihn eingerichtet und betreut wird. Ein Kunde kann bereits ein KI-Tool nutzen; du verkaufst zusätzlich die Einrichtung und Betreuung eines auf seinen Ablauf zugeschnittenen Assistenten.

Dazu kommt die Einrichtung. Der Kunde muss keinen Agenten selbst aufsetzen. Wir richten Server, Postfach, Kalender, Regeln und den Tonfall des Kunden für ihn ein. So kann er sich auf seine echte Arbeit konzentrieren: verkaufen und Kundengespräche führen.

Warum läuft der Assistent auf einem eigenen Server?

Damit der Assistent auf einem eigenen, abgeschirmten Server in der EU läuft. Dort lassen sich Schutzregeln einrichten, damit Preise und Zusagen nicht ohne Freigabe verschickt werden.

Der Assistent kann mit einem eigenen Business-Zugang des Kunden zu Claude oder ChatGPT arbeiten. Bei OpenAI gibt es zum Beispiel für berechtigte API- und ChatGPT-Enterprise-Kunden Optionen für Datenresidenz in Europa.

Gerade in Deutschland ist das ein starkes Argument. Vor allem bei datenschutzkonformen KI-Assistenten sehe ich in vielen Betrieben noch viel ungenutztes Potenzial. Wie du generell mit KI auf E-Mails antwortest, kannst du im KI Agenten Club mit anderen Buildern besprechen.

Wie richtest du den KI-Assistenten beim Kunden ein?

Die Einrichtung eines Kunden ist in ein bis zwei Tagen startklar. Das ist der große Unterschied zu Websites, Werbevideos oder Ads. Der Ablauf sieht so aus:

  1. Grundlage einrichten: Wir richten Server, Postfach, Kalender, Regeln und den Tonfall des Kunden für ihn ein.
  2. Firmenwissen eintragen: In der Makler-Demo kommt das Wissen des Kunden in das Assistenten-Dashboard. Dafür richtest du das bestätigte Firmenwissen und die Regeln des Kunden ein. Den Tonfall lernt der Assistent aus seinen gesendeten E-Mails. Wichtige Infos können in den Köpfen der Leute oder in verstreuten Dokumenten stecken. Das ist schon etwas Einrichtungsarbeit.
  3. Mit Entwürfen starten: Zu Beginn startet der Assistent sicher mit Entwürfen. Er legt sie im Postfach an, und der Kunde schickt sie selbst ab.
  4. Automatik festlegen: Danach legst du fest, welche Mail-Arten automatisch laufen.

Warum Telegram so gut funktioniert

Bis zur Automatik und auch danach läuft die Kommunikation über einen Telegram-Bot. Telegram beschreibt Bots als kleine Anwendungen, die komplett in der Telegram-App laufen, und man kann sie auch in Gruppen holen. Das Witzige: Einige unserer Kunden hatten Telegram vorher noch nie benutzt. Bei mir ist Telegram voll mit Chats und Channels, da geht auch mal was unter, obwohl ich meinen Assistenten oben angepinnt habe. Bei manchen Kunden gibt es dagegen nur wenige Chats, und da läuft alles drüber: der Tagesbericht, was heute erledigt wurde, was heute geplant ist.

Den Bot können sie auch für Mitarbeiter freigeben. Mitarbeiter können den Assistenten zu internen Abläufen oder offenen Vorgängen fragen, ohne Vollzugriff auf das Chef-Postfach zu bekommen.

Wie geht es in der Reihe weiter?

Dieses Video ist der erste Teil einer neuen Reihe zum Aufbau deiner eigenen KI-Agentur. In der Reihe kannst du dir den KI-Assistenten noch einmal im Detail ansehen. Außerdem zeige ich dir, wie du einen Server sicher kaufst, aufsetzt, absicherst und wartest, wie du das Dashboard mit deinem Agentensystem verknüpfst und am wichtigsten, wie du an deine Kunden kommst und Outreach machst.

Für die nächsten Schritte komm in den KI Agenten Club. Im KI Agenten Club kannst du dich mit anderen über den Aufbau eigener KI-Agenten austauschen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer KI-Agentur, die Websites baut, und einer, die KI-Assistenten verkauft?

Eine Website verkaufst du einmal, einen KI-Assistenten verkaufst du als Einrichtung plus laufende Nutzung. Damit kann der Kunde dir jeden Monat eine laufende Pauschale zahlen, weil der Assistent täglich Arbeit übernimmt, die sonst liegen bleibt.

Welche Nische eignet sich am besten für einen KI-Assistenten?

Die beste Nische ist eine, in der du Wissen oder Kontakte mitbringst und in der der Kunde Geld und viele Anfragen hat. Für mich sind das Immobilienmakler, weil sie Geld haben und über Portale viele Anfragen bekommen.

Welche Nischen sollte ich als Anfänger meiden?

Restaurants, Bars und Friseure meide ich, außer der Auftrag fällt dir wirklich vor die Füße. Ausführlich gehe ich darauf in einem eigenen Video der Reihe ein.

Wie lange dauert die Einrichtung eines KI-Assistenten beim Kunden?

Die Einrichtung ist in ein bis zwei Tagen startklar. Zu Beginn startet der Assistent sicher mit Entwürfen, danach legst du fest, welche Mail-Arten automatisch laufen.

Brauche ich einen eigenen Server für den KI-Assistenten?

Du brauchst ihn nicht zwingend, aber ich empfehle ihn. Auf einem eigenen, abgeschirmten Server in der EU kann der Assistent mit dem Business-Zugang des Kunden zu Claude oder ChatGPT arbeiten.

Kann ich mit dem KI-Assistenten auch bei meinem Arbeitgeber anfangen?

Ja, das ist sogar ein guter Einstieg. Du automatisierst zuerst deinen eigenen Arbeitsplatz, sicherst dir dafür eine Provision oder eine Beförderung und gewinnst daraus die ersten Kunden in deiner Nische.

Fazit

Wenn du eine eigene KI-Agentur aufbauen willst, brauchst du ein klares Produkt und einen wiederholbaren Ablauf. Websites mit KI zu bauen und das Ganze KI-Agentur zu nennen, reicht dafür nicht. Verkauf ein Produkt, das jeden Tag Arbeit übernimmt und deshalb jeden Monat bezahlt wird: einen KI-Assistenten, der Anfragen vorsortiert, Routineantworten vorbereitet und auf einem eigenen Server läuft. Such dir deine Nische über dein Wissen oder deine Kontakte, führ echte Gespräche, rechne dem Chef vor, was ihn die liegengebliebene Arbeit kostet, und starte jeden Kunden mit Entwürfen.

Als Power User solltest du das mit diesem Artikel und dem Video schon selbst angehen können. Gib das Video ruhig deiner KI und frag sie, wie du das nachbaust. Wenn dir Server, Agentensysteme und Skills noch zu heikel sind, komm in den KI Agenten Club. Im KI Agenten Club kannst du dich mit anderen austauschen, die gerade eigene KI-Agenten bauen.

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